Tatjana Utz

Am 29.11.2017 fand der dritte Salon bei Tatjana Utz im wahrscheinlich letzten Atelierhaus in Schwabing. Zentrales Thema in Tatjana Utz‘s Arbeit ist Identität, beispielsweise die Identität in der Kindheit, Identität als Zugehörigkeit zu eine Bevölkerungsgruppe oder ein Geschlecht, bzw. die Sprengung des eigenen Geschlechts, Identität eines Ortes durch seine Bewohner oder Geschichte, Identität einer Person durch die Sachen, die sie hinterlässt. Tatjana Utz‘ Malerei steht nicht für sich, sondern ist Teil dynamischer Installationen. Sie wird mit Fundstücken, Objekten, Film, Text und Ton zu einer Gesamterzählung verbunden. Bilder können eine Erzählung sein, wie die Frames eines Filmstreifens, sie werden in Form von Schaukästen mit mehreren Ebenen dreidimensional, sie erheben sich von der Wand, sie wandern in Form von Standfiguren in den Raum.

Das Gebäude, das im Besitz der Stadt München ist, befinden sich 10 Wohnateliers zwischen ca. 40 und 60 qm. Sie werden zu unterschiedlichen Anteilen als Wohnung und Atelier genutzt. Früher wurde das Gebäude durch das Liegenschaftsamt der Stadt München verwaltet. Jetzt hat das Immobilienmanagement des Kommunalreferats der Stadt München die Verwaltung übernommen. Obwohl in den letzten Jahren kaum Renovierungen im Gebäude durchgeführt wurden, sollen sukzessive die Mieten an die ortsüblichen Vergleichsmieten (durchschnittlich 26 Euro / qm im Viertel) erhöht werden. So werden die Ateliers in absehbarer Zeit unbezahlbar.

Die Erklärung für Mieterhöhungen waren die gesetzliche Vorgabe der Wirtschaftlichkeit, Wegfall der Zuschüsse an das Kommunalreferat für die Verwaltung der Wohnungen des Kulturreferats und die Umstellung auf personengebundene Förderung und Wartungsleistungen, Pflege und Renovierungskosten, die den Mietern allerdings unbekannt sind.

Tatjana Utz hat sich an verschiedene Vertreter politischer Parteien gewandt, die für Schwabing zuständig sind. Immer mit der Bitte um Unterstützung oder Deckelung der Mieten. Die Folge war eine Prüfung durch Bürgermeister Josef Schmid, eine Begehung des Hauses und verschiedene Ateliers durch das Kommunalreferat und das Baureferat, sowie eine weitere Prüfung durch das Kulturreferat. Das Ergebnis der Prüfung durch Bürgermeister Josef Schmid war, nach Informationen des Kulturreferats und des Kommunalreferats, die Aussage, dass es kein offizielles Atelierhaus der Stadt sei und somit rechtlich keine Förderung möglich sei.